Windkraft in Geisenheim abgelehnt

 Kein Bürgerwindpark !

In der Stadtverordnetenversammlung vom 05. März 2026 wurde unser Antrag zur Errichtung von Windenergieanlagen in Geisenheim von einer Mehrheit des Parlamentes abgelehnt. 

Vor der Kommunalwahl am 15. März fordern wir weiterhin eigene Stromerzeugung, damit wir vor hohen Energiepreisen verschont bleiben!

Das war unser Antrag:

 

Begründung von unserer stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Susanne Göttel- Spaniol:

1. Ökologie: Windräder belasten im Gegensatz zu anderen Energieträgern die Umwelt nur wenig.

2. Ökonomie: Ein Windpark verschafft der Stadt Einnahmen für soziale Zwecke, z.B. für Kitas.

3. Resilienz: Wir werden unabhängig von den fossilen Brennstoffen Öl und Gas: "Windenergie braucht keine Straße von Hormus!"

Rede von Gregor Weigand zur Begründung eines Bürgerwindparks

gehalten in der StVV vom 05.03.2026:

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Fröhlich,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir reden mit unserem Antrag nicht über irgendein technisches Infrastrukturprojekt. Wir reden darüber, ob wir als Stadt endlich anfangen, unsere Energiezukunft selbst zu gestalten – demokratisch, wirtschaftlich klug und mit einem klaren Vorteil für die Menschen, die hier leben.


 

Bürgerwindpark – Was bedeutet das für Geisenheim?

Ein Bürgerwindpark ist kein Fremdkörper, der uns von außen, z.B. durch einen Projektierer übergestülpt wird. Er ist ein Modell, bei dem Stadt und Bürgerschaft gemeinsam Eigentümer sind. Und genau das verändert alles: Verantwortung, Kontrolle, Akzeptanz und Wertschöpfung bleiben hier vor Ort.

Es gibt verschiedene Modelle: z.B. Bürgerenergie – Genossenschaften, Projektgesellschaften, GmbH & Co. KG. Für uns ist entscheidend: Wie schaffen wir maximale demokratische Kontrolle und gleichzeitig professionelle Betriebsführung?


 

Ein Modell, das zu Geisenheim passt

Ich schlage ein Modell vor, das sich bewährt hat und für Geisenheim geeignet wäre:
Eine GmbH & Co. KG mit 51 % Stadtanteil und 49 % Bürgeranteil.

Das bedeutet:

  • Die Stadt – also wir als Parlament – behalten volle Kontrolle über Ausgaben, Einnahmen und strategische Entscheidungen.
  • Wir können Strompreise mitgestalten, Käufer auswählen und Tarife sozial oder regional anpassen.
  • Wir könnten Ortsteile wie Stephanshausen gezielt entlasten, die die Nähe des Windparks besonders spüren.

Die Bürgerinnen und Bürger können Anteile bereits ab etwa 3.000 € erwerben. Sie haben Rede- und Antragsrecht, können in den Beirat gewählt werden und sind echte Mitgestalter – nicht nur Zaungäste.
Und: Niemand muss die Anteile vollständig aus Eigenmitteln finanzieren. Regionale Banken stehen bereit, und es gibt bereits konkretes Interesse aus der RheingauWind KG, die bereits seit Jahren professionell als Kommanditgesellschaft arbeitet.

Das ist Bürgerbeteiligung, wie sie sein soll: transparent, fair, wirtschaftlich sinnvoll.


 

Professionelle Leitung – regional verankert

Wie könnte die Leitung unseres Windparks aussehen?

Ein Windpark braucht zwei Dinge: betriebswirtschaftliche Kompetenz und technische Expertise.

  • Die betriebswirtschaftliche Leitung könnten unsere Stadtwerke übernehmen – das stärkt die kommunale Infrastruktur.
  • Die technische Leitung übernimmt eine Fachperson, die mehrere Windparks im Rheingau betreut – Geisenheim, Eltville, Oestrich-Winkel, Lorch, Taunusstein.
    Das schafft Synergien und hält das Know-how in der Region.

 

Warum ein eigener Windpark für Geisenheim ein strategischer Schritt ist

Ein Bürgerwindpark bedeutet:

  • Demokratische Kontrolle durch Stadtparlament und Anteilseigner.
  • Eigener Strom für Geisenheim – unabhängig, regional, planbar.
  • Keine zusätzliche Stromtrasse durch den Rheingau.
  • Mehr Sicherheit: Unsere Stromversorgung hängt heute an einem einzigen Mast. Ein gezielter Angriff – und der Rheingau wäre dunkel. Ein eigener Windpark macht uns widerstandsfähiger.
  • Einnahmen für Stadt und Bürger: Die Rhein-Main-Region braucht immer mehr Strom – Rechenzentren, Hochschulen, E‑Mobilität, Wärmepumpen.
  • Günstiger Strom für kommunale Aufgaben: Pumpkraftwerke für die Weinbergsbewässerung und zur Erschließung neuer Trinkwasserquellen im Wispertal – alles könnte mit eigenem Strom betrieben werden. Das entlastet unseren Haushalt dauerhaft.

Wir reden hier nicht über Symbolpolitik. Wir reden über kommunale Daseinsvorsorge im 21. Jahrhundert.


 

Schluss

Ein Bürgerwindpark ist kein ideologisches Projekt. Er ist ein vernünftiges, demokratisches und wirtschaftlich starkes Modell, das Geisenheim unabhängiger macht und Wohlstand in der Region hält.

Wir haben die Chance, ein Projekt zu schaffen, das Bürgerbeteiligung, kommunale Verantwortung und regionale Wertschöpfung verbindet.
Ich bitte Sie, diese Chance zu nutzen und unserem Antrag zuzustimmen!

Vielen Dank!

Gregor Weigand, 05.03.2026


Hier die namentliche Abstimmung der StVV über unseren Antrag aus dem Protokoll vom 05.03.2026:

 

Wir bedauern die mangelnde Unterstützung durch andere Fraktionen.

Wir werden weiter kämpfen für saubere und erneuerbare Energie!

Ein eigener Bürgerwindpark macht unsere Stadt Geisenheim unabhängiger und unseren Strom billiger!

Dafür setzen wir uns auch bei der Kommunalwahl am Sonntag, dem 15. März ein und bitten um Ihr Vertrauen!

 


 

Grüne: Lindenplatz muss ein sicherer und lebendiger Platz für BürgerInnen werden

Nach der Entscheidung der Kooperation aus CDU, ZfB und FDP, den Förderantrag „Zukunft Innenstadt“ insgesamt abzulehnen, melden sich nun die Grünen mit einer deutlichen Stellungnahme zu Wort. Sie kritisieren die Blockadehaltung der konservativen Mehrheit als verpasste Chance und betonen die besondere Bedeutung des Lindenplatzes für Sicherheit, Begegnung und demokratische Kultur.

Sicherheit geht vor

„Unsere zentrale Forderung war und bleibt: Der Lindenplatz muss für die BürgerInnen sicher sein“, erklärt der Vorstand der Grünen. Zur „Zukunft unserer Innenstadt“ gehört gerade der Lindenplatz. Deshalb sind versenkbare Poller kein Luxusprojekt, sondern ein notwendiges Instrument, um den Platz vor unkontrolliertem Durchgangsverkehr zu schützen. Gerade bei Veranstaltungen wie dem Lindenfest oder dem Frühlingserwachen ist die Sicherheit der BesucherInnen oberstes Gebot.

Ein Ort der Begegnung und Teilhabe

Die Grünen sehen den Lindenplatz als Herzstück der Stadt. „Hier treffen sich Generationen, hier feiern Vereine, hier kommen Menschen zusammen, die sonst wenig soziale Anbindung haben – SeniorInnen, Menschen mit Behinderung, Neuzugezogene, MigrantInnen“, heißt es in der Stellungnahme. Ein verkehrsberuhigter Platz stärke die Aufenthaltsqualität und mache Geisenheim lebenswerter.

Demokratischer Mehrwert

Darüber hinaus betonen die Grünen die politische und gesellschaftliche Funktion des Platzes: „Der Lindenplatz ist nicht nur ein Ort für Feste, sondern auch für Bürgertreffs und demokratischen Austausch. Wer ihn dem Motorverkehr überlässt, schwächt die politische Kultur unserer Stadt.“

Kritik an der Ablehnung der Fördergelder

Die Grünen zeigen sich enttäuscht über die Ablehnung der Fördermittel durch CDU, ZfB und FDP. „Mit der Blockade wurden bis zu 180.000 Euro Landesförderung verspielt – Geld, das Geisenheim dringend für eine zukunftsfähige Innenstadt gebraucht hätte.“ Die vorgeschlagene Verlagerung der Poller zum Domplatz sei „nicht nachvollziehbar“ und gehe am Kernproblem vorbei.

Fazit

Die Grünen fordern, den Lindenplatz konsequent als Platz für BürgerInnen zu gestalten – sicher, inklusiv und lebendig. „Wir stehen für eine Innenstadt, die den Menschen gehört und nicht als Durchfahrtskorridor missbraucht wird. Wer diese Chance vertut, handelt gegen die Interessen der Bürgerinnen und Bürger!“

gez.: Vorstand des OV Bündnis 90/Die Grünen Geisenheim und Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport und Soziales der StVV: Susanne-Göttel Spaniol, Gregor Weigand, Johnny Belmonte Sato

Geisenheim, 17.11.2025

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Schwammstadt adé!

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